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Aktuelle Seite : Pferde - Umgang

Verletzungsvorsorge durch richtigen Umgang mit dem Pferd

Tipps und Ratschläge für junge Reiterinnen und Reiter

Beim Umgang mit dem Pferd und bei der Pflege des Pferdes müssen Sicherheits- und Verhaltensregeln beachtet werden. Darüber hinaus ist stets dem Gesamtverhalten des Pferdes große Aufmerksamkeit zu widmen. Sonst kann es hierbei leicht zu Verletzungen, vorwiegend zu Tritt- und Bissverletzungen, kommen. Etwa jede zehnte Verletzung im Reitsport passiert beim Umgang und bei der Pflege.

Annäherung an das Pferd

Denke immer daran: Pferde sind schreckhaft! Wenn du dich einem Pferd näherst, sprich es ruhig und deutlich an; ein Pferd erkennt sehr bald deine Stimme! Außerdem solltest du möglichst nie von hinten auf ein Pferd zugehen, denn es kann dich dort nicht sehen. Es könnte schreckhaft reagieren, wenn du plötzlich neben ihm auftauchst.

Beobachte immer das Gesamtverhalten eines Pferdes, insbesondere das Augen- und Ohrenspiel. Bei Drohgebärden — z. B. angelegte Ohren -~ solltest du erst deinen Reitlehrer fragen, bevor du an ein Pferd herantrittst.

Führen des Pferdes

Richtiges Führen will gelernt sein! Wer sein Pferd gut kennt, kann mit Halfter und Strick führen. Als Faustregel

gilt hierbei: An der linken Seite des Pferdes in Schulterhöhe gehen, mit der rechten Hand das Pferd führen!

Niemals vor dem Pferd gehen und nie den Führstrick um die Hand wickeln (sehr gefährlich)!

Fremde Pferde solltest du grundsätzlich auf Trense führen, wobei du dasAuftrensen nur mit Hilfe eines erfahrenen Reiters durchführen solltest.

Pflege des Pferdes

Bei der Pferdepflege sollte ausreichend Raum vorhanden sein! Deshalb — wenn möglich — nicht in der Box pflegen! In der Nähe des Pferdes keine beweglichen Gegenstände, wie z. B. Putzeimer herumliegen lassen.

Das Pferd zum Putzen immer anbinden und dabei einen Sicherheitsknoten anwenden. Zum Anbinden Strick und Halfter benutzen. Das Pferd darf nur an fest verankerten Anbinderingen oder Gitterstäben, aber nie an einer Tür oder anderen beweglichen Gegenständen angebunden werden.

Beim Auskratzen der Hufe seitlich stehen und alle Gelenke des Pferdes anwinkeln. Wenn möglich, immer vorne um das Pferd herumgehen.

"Loslassen" des Pferdes

Eine besondere Gefahrensituation ist das "Loslassen" des Pferdes!

Wenn du ein Pferd auf die Weide führst, dreh es zuerst um, so dass es seinen Kopf dir zuwendet. Sorge dafür, dass es ruhig steht und gib ihm eventuell eine Möhre, bevor du es loslässt. Vermeide auf alle Fälle, direkt hinter das Pferd zu geraten!

Auch wenn du ein Pferd in die Box zurückführst, gilt: Erst das Pferd umdrehen, damit die Hinterhufe zur Wand zeigen und du gefahrlos den Stall verlassen kannst.

 

Ein Pferd ist kein Kuscheltier

Umgang und Pflege müssen gelernt sein

Unfallverhütung durch richtiges Verhalten

Tipps und Ratschläge für junge Reiterinnen und Reiter

Kinder und Jugendliche bis zu einem Alter von 14 Jahren sind beim Reiten besonders gefährdet. Über 40 Prozent aller Reitsportunfälle entfallen auf Kinder dieser Altersgruppe. Unerfahrenheit und falsches Verhalten in kritischen Situationen sind dafür wesentliche Gründe. Deshalb sollte in einer qualifizierten Reitausbildung auch auf die richtigen Verhaltensweisen beim Reiten hingewiesen werden.

Verhalten in der Reitbahn

Auf dem Weg von der Box zur Reitbahn solltest du dein Pferd immer führen! An der Bandentür angekommen rufe: "Tür frei? Erst wenn die Antwort kommt: "Ist frei!‘ darfst du die Bandentür öffnen und kannst die Bahn gefahrlos betreten. Öffne die Bandentür ganz weit und vermeide hierbei, insbesondere beim Schließen, laute Geräusche.

In der Reitbahn gilt für alle die Bahnordnung. Du solltest diese ‘Verkehrsregeln" genau kennen!

Achte immer darauf, dass du einen Sicherheitsabstand (mindestens 2,5 m) zu den anderen Pferden einhältst.

Verhalten im Gelände und beim Springen

Merke dir: Beim Ausritt ins Gelände oder bei Springübungen muss ein erfahrener Reiter oder ein Reitlehrer anwesend sein! Reite niemals alleine aus!

Besondere Vorsicht ist beim ersten Ausritt nach längerer Bewegungspause des Pferdes geboten. Dein Pferd kann überraschend übermütig werden. Nur wenn du dein Pferd gut kennst und schon ausreichend Erfahrung hast, kannst du den ersten Ritt selbst wagen. Ansonsten sollten erfahrene Reiter dein Pferd zuvor geritten haben, bevor du es reitest!

Halte immer genügend großen Abstand, besonders wenn fremde Pferde in der Gruppe sind!

Springübungen solltest du nur mit Pferden durchführen, die dir vertraut sind. Denke daran: Springen ist keine

Mutprobe! Es verlangt viel Erfahrung im dressurmäßigen Reiten.

Sicherheit durch Selbsteinschätzung

Frage dich immer: Was kann ich und was kann ich noch nicht?

Wie gut kennst du das Pferd, das du gerade reitest? Du weißt, jedes Pferd hat einen eigenen Charakter und reagiert anders, und was du mit "Mäxchen" kannst, kannst du mit "Billy" noch lange nicht! Wenn du noch nicht über größere Erfahrung im Reiten verfügst, solltest du nur ein erfahrenes und gutmütiges Pferd reiten. Vergiss aber nicht: Auch ein gutmütiges Pferd kann schreckhaft reagieren.

Frage den Reitlehrer, wenn du etwas nicht weißt oder nicht kannst. Führe keine "Experimente" ohne Reitlehrer durch!

Du musst auch etwas für deine körperliche Fitness tun, den Reiten erfordert eine gute Kondition! Wenn du bei einem längeren Ausritt frühzeitig ermüdest, lässt schnell die Aufmerksamkeit nach. Das kann gefährlich werden.

Reiten bereitet Freude und ist sicher — aber ohne Regeln geht es nicht

Aus dem FN-Merkblatt "Unfallverhütung im Reitsport

 



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